Workshops

Die Workshops sind das Herz der bayreuther dialoge. Am Samstag und Sonntag haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit jeweils einen Workshop ihrer Wahl zu besuchen. Reden sie beispielsweise mit:

Dr. Dorna Safaian - Kollektive Identitäten

Dorna Safaian, Wissenschaftlerin für Kunst und Medien an der Universität Siegen, wird einen Workshop zu "Kollektiven Identitäten" anbieten. Dieser wird der Frage nachgehen, warum Kollektive Identitäten oft als zeitlos und natürlich wahrgenommen werden, auch wenn sie aus konkreten politischen Bedingungen und Kalkülen hervorgegangen sind. Der Workshop will der Entstehung und Funktion von Identitäten im Rahmen von Protest- und Widerstandsbewegungen nachgehen. Dazu werden Beispiele aus den jüngsten Protesten im Iran Ende 2017 bzw. Anfang 2018 und aus Protestbewegungen in Deutschland herangezogen. Die Diskussion soll auf aktuelle Fragen hinführen: Wann werden tradierte Kollektividentitäten wiederbelebt? Wie werden sie reaktiviert, emotionalisiert und damit repolitisiert? Welche Rolle spielen dabei visuelle Marker und Symbole? Ausgewähltes Bildmaterial sorgt dabei für eine gute Diskussionsgrundlage.

Malcolm Ohanwe - Alltagsrassismus und dessen Auswirkungen

Der Journalist Malcolm Ohanwe schreibt von Situationen, in denen Jugendliche mit türkischer oder arabischer Herkunft ihren echten Namen aus Angst vor Vorurteilen gegen einen anderen tauschen. Sogenanntes „Identitätshopping“. Jeder kennt das Gefühl, aufgrund der eigenen Identität im Nachteil zu sein und diese daher verstecken zu müssen. In diesem Workshop lernen Sie die Auswirkungen von Alltagsrassismus auf unsere Identität kennen. Malcolm möchte anhand der Argumente und Ansätze betroffener Personen darlegen, warum auch wir manchmal unsere eigene Identität verleugnen. Danach haben Sie im Workshop die Möglichkeit, dieses Thema intensiv zu diskutieren: Ist es problematisch, wenn Menschen, die unter Rassismus und Vorurteilen leiden, ihren echten Namen - und damit in diesem Moment ihre Identität - verleugnen? Wie können wir uns in solchen Situationen am besten verhalten? Und wie kann jede/r Einzelne zu einer Zukunft ohne Alltagsrassismus beitragen?

Podiumsdiskussionen

Podien sind zentrale Puzzlestücke im Bild der bayreuther dialoge. In jedem der ein- bis zweistündige Podien wollen wir einen unserer drei Schwerpunkte interaktiv diskutieren. Auf dem Podium sitzen jeweils drei bis vier Gäste mit unterschiedlichem Background.

Podiumsdiskussion Heimat

Auf dem Podium zum Thema „Heimat” diskutieren unter anderem Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos, und Katharina König-Preuss, Thüringer Landtagsabgeordnete und Sprecherin für Antifaschismus. Gemeinsam wollen wir der Bedeutung von Heimat für unsere Identität auf den Grund. Die einen verbinden mit „Heimat” einen Zufluchtsort, andere sehen darin Ausdruck von Abgrenzung, und für wieder andere ist es ein geschichtlich aufgeladener Begriff, der vor allem im politischen Diskurs nichts zu suchen hat. Was bedeutet also „Heimat”? Wieso ist es auf einmal so präsent in den Deutschen Medien? Welche Auswirkungen hat ein Erstarken der Heimatverbundenheit auf die Gesellschaft? Ist sie wünschenswert? Braucht jeder Mensch so etwas wie eine Heimat als Grundbaustein seiner Identität? Wir treten in den Dialog, um über Wertefragen und Visionen für ein „Rebranding” des Heimatbegriffs zu diskutieren.

Impulsvorträge

Unsere Impulsvorträge bieten 15 - 20 Minuten voller spannender Denkanstöße rund um das Thema Identität. Ein weiteres Highlight ist die jährliche Verleihung des Vorbildpreises, an die sich traditionell ein Vortag der oder des Preistragenden anschließt.

Impulsvortrag - Graeme Maxton

Der britische Ökonom und scheidende Generalsekretär des Club of Rome Graeme Maxton kritisiert unsere aktuelle Art zu Wirtschaften. Er ist überzeugt, dass dies mit einer grundlegend verkehrten Weltsicht zusammenhängt. Dazu gehören die Vorstellung, dass die Menschheit die Natur nicht respektieren muss oder dass unendliches Wirtschaftswachstum zu etwas Nützlichem führen würde. Graeme Maxton plädiert dafür, unser gegenwärtiges Wirtschaftssystem grundlegend zu verändern. Durch nachhaltige Reflexion darüber, wozu die menschliche Gesellschaft existiert und was sie zu erreichen versucht, müsse die Menschheit ihre Vorstellung von Fortschritt komplett neu definieren. Reden Sie mit!

Freie Phase

Gestalten Sie sich die Freie Phase ganz wie Sie es wollen! Über zwei Stunden können Sie sich bei einem Snack und einem Kaffee entspannen und mit anderen Teilnehmenden und Referierenden in den Dialog treten. Teilnehmende voller Tatendrang haben die Möglichkeit an unterschiedlichen Formaten teilzunehmen. Besuchen Sie beispielsweise die Human Library.